Archive for April, 2009

Partnerschaft?

Ich habe mich gefragt wie das überhaupt ist: sehen die Dozenten die Studenten als Partner an oder als weniger wert?

Auf der einen Seite heißt es immer, wir Studenten sind erwachsen und sollen uns so verhalten. Auf der anderen Seite scheint es so, dass Dozenten sich für etwas besseres halten, bzw. für eine Autorität, die mit einer überragenden Stellung über die Studenten herrschen und bestimmen darf.

Wie ist es denn nun, meine Damen und Herren? Wie sehen Sie die Studenten?

Ich erwarte, dass ein partnerschaftliches Verhältnis vorherrscht: es sind Menschen auf gleicher Ebene. Man behandelt sich mit Respekt. Oft genug scheint es aber so zu sein, dass Dozenten sich über die Studenten erheben und uns teilweise unterbuttern wollen. 

Es spricht nichts dagegen, wenn ein Dozent als Autoritätsperson auftritt; diese Autorität sollte aber auf Kompetenz fußen und nicht aufgrund der Stellung. Macht um der Person willen ist genehm, Macht um der Position willen ist verabscheuungswürdig. Oder benutzen wir Einfluß statt dem Begriff Macht, wenn damit das Beispiel deutlicher wird.

Ich habe manches mal den Eindruck, dass sich Professoren als etwas besseres sehen und die Studenten minderwertig angesehen werden oder als lästiges Übel, teilweise als Störenfriede. Von partnerschaftlicher Einstellung oft genug keine Spur. 

Der Dozent ist ein Dienstleister und der Student ist der Kunde. 

Ohne Student kein Dozent. Aber das kümmert die Dozenten nicht, gibt es doch mehr Bewerber, als man verkraften kann. Und die allerwenigsten wagen es, etwas gegen das vorherrschende System zu sagen. Und einer Leistungsbeurteilung von Dozenten wird sich entgegengestellt. Wie könnte man es wagen, einen Professor bewerten zu wollen? Freiwillige Evaluation ist bei den meisten Fehlanzeige. Kein Raum für Verbesserungen vorhanden. Lernen in beide Richtungen unerwünscht.

Was sind das nur für Methoden? Was für Zustände herrschen vor? Aber gut: wenn ein Dozent sich in der Lehrer- und die Studenten in der Schülerrolle sieht, muss er sich nicht wundern wenn Pygmalion zuschlägt und die Studenten sich genau wie Schüler verhalten und Pausen ausdehnen, schwätzen und ähnliches. 

Und wie kann es sein, dass Dozenten ihren Stoff falsch aufbereiten und die Verantwortung für schlechte Noten beim Studenten liegen soll? Wenn ein Dozent nicht in der Lage ist, den Stoff so aufzubereiten, dass er etwas vermittelt – wozu brauche ich dann den Dozenten? Ein Buch lesen kann ich selbst, ich brauche niemanden, der seitenweise kopiert und mir vorliest. 

Und warum glauben viele Dozenten, man könne sie, ihre Vorlesungen oder Lehrmethoden nicht bewerten? Das erlauben sie niemandem. Nicht einmal, wenn man mit dem Studium fertig ist. Und auch nicht, wenn man eine Firma leitet, die sich mit Kernfragen beschäftigt und Probleme löst, die Dozenten in Vorlesungen machen. Oder wenn man Studien kennt, die einzelne Methoden als nicht nur falsch sondern sogar schädlich eindeutig machen? All das wird totgeschwiegen, unter den Teppich gekehrt und einem der Mund verboten.

Aber, meine Herren und Damen, sie vergeßen eines: die Zeiten ihrer wohlwollenden Herrschaft sind vorbei und aggressivere Personen, die sich nicht den Mund verbieten lassen werden dafür sorgen, dass diese Willkür endet und sich Effektivität und Mitbestimmung sowie Partnerschaft durchsetzen. Ihre Tage sind gezählt. Und sie gehen mit der Zeit. Schneller als ihnen lieb sein wird. Dies ist eine offene Kampfansage an Dünnbrettbohrer und die Altvorderen. Sie wollen Offenheit lehren – und sind es selbst nicht. Sie wollen modern sein – und erkennen die Zeichen der Zeit nicht. Sie halten etwas auf ihre Vorbildung – und vergeßen dabei lebenslanges Lernen.

Schluß mit lustig, Herr Professor. Das Spiel hat sich geändert. Und Sie verstoßen gegen die Regeln. Spielen Sie also entweder nach den neuen Regeln oder Sie werden aus dem Spiel ausgeschlossen. Die Würfel sind gefallen. Sie sind am Zug.

Termin für unser Projekt

Freitag, 03. April 2009

Was tut man den ganzen Vormittag? Ich bin erstmal in die Uni gegangen und war ne Stunde am Rechner. Fast nix los freitags. Im PC-Raum war ich jedenfalls allein. Also E-Mails gecheckt und allen möglichen anderen Kram gemacht, anschließend wieder auf’s Zimmer und alles geputzt. Mir war langweilig. Was soll man sonst tun außer Putzen und Lesen?

Um 11.40 Uhr zum Auto gegangen mit der gepackten Tasche und kurz gewartet: nicht lange kam schon Katrin mit ihrem Krempel. :) Leider haben wir noch einen Ausfall zu beklagen und so fahren heute nur 8 statt der 11 Gruppenmitglieder zum Projekttermin. Auf den Weg gemacht und unterwegs noch kurz Franzi am Hofbräuhaus mitgenommen. (Ja, Coburg hat ein Hofbräuhaus!) Anschließend weiter zum Termin gedüst, der zum Glück nur wenige Minuten (mit dem Auto) entfernt liegt und am Zielort angekommen kam auch kurz danach der Rest unserer Gruppe.

Da wir ziemlich früh waren hatten wir noch viel Zeit, die unsere Gruppensprecherinnen nutzten, um sich Eis zu besorgen. Wir anderen warteten gemütlich in der Sonne sitzend und flanierten herum. Und Caro hat Geburtstag! Wird 25 die Gute. (alte Schachtel :D )

Als unser Termin kam, wurden wir instruiert, was sich unser Auftraggeber genau vorstellt, welche Erwartungen er hat und wir haben den ersten Teil unserer Projektarbeit festgelegt. Es werden noch weitere Termine folgen müssen, an denen wir uns treffen, um alles genau abzustimmen. Da es sich um ein reales Projekt handelt und wir als Studenten nicht echte Dienstleister sein können, wie eine reale Beratungsgesellschaft, ist unser Aufgabenbereich abgesteckt auf das was für uns als Studenten, insbesondere mit unserem Background, möglich ist. Aber immer noch eine Menge zu tun, insbesondere mit all den anderen Projektaufgaben.

Nach Ende des Termins (und ich darf nichts konkretes schreiben zurzeit) haben wir uns alle auf den Heimweg gemacht, die Zeit hat gedrängt, wir haben einige Stunden mit dem Termin zugebracht und vieles an Informationen bekommen. 

Franzi hab ich am Bahnhof abgeladen und Katrin nach Bamberg geschafft. Da sie mit dem Zug eh über Bamberg fährt, warum soll sie dann extra von Coburg aus fahren, wenn es für mich nur wenige Minuten und Kilometer Umweg sind? So spart sie sich doch Geld und ich hab jemanden zum (zu)quatschen. :D  

Nach diesem Freitag waren wir erst einmal etwas fertig. Auch, da wir so geiles Wetter haben und man die ersten Sonnenstrahlen ausnutzen möchte. Und was hab ich zuhause gemacht? Gelernt… -.- Manche Menschen ändern sich nie.

Aprilscherz?

Donnerstag, 02.04.2009

Heute morgen begann alles wunderbar mit Gruppendynamik in unserer Gruppe. D.h. fast alles war wunderbar: unsere Projektgruppensprecherin, Katrin, überraschte uns mit der Nachricht, dass wir am morgigen Freitag um 12.30 Uhr einen Termin mit unserem ‘Auftraggeber’ hätten. Die Nachricht kam allerdings gestern abend an und es könnte also auch gut ein Aprilscherz sein, den sich unser Dozent ausgedacht hat. Schließlich haben wir ein Kontakt- und Informationsverbot, bis die Sachen in trockenen Tüchern sind. Die Entscheidung ist schnell gefallen: der Dozent muss angerufen werden. Aber das geht ja erst in der Mittagspause.

Also Vorlesung Gruppendynamik besucht. Das macht Spaß. Hat er uns doch gleich wieder einige interessante Prozeße gezeigt. Als erstes mussten sich ein paar Leute freiwillig melden, die über eine Bewerbung zu entscheiden haben. Wir waren eine gute Gruppe, ich mal wieder als einziger Mann da drin. Wir wurden rausgeschickt, während die anderen drinnen instruiert wurden. Dann durften wir rein, Stuhlkreis und uns wurde kurz das Bild gezeigt. Es war so: unser Mutterkonzern aus den USA hat eine Vorauswahl an Bewerbern getroffen und uns die Unterlagen zugefaxt, leider kam nur das Bild an und zwar ziemlich verzerrt. Wir brauchenen einen Geschäftsstellenleiter für unsere Bamberger Filiale eines Kosmetikunternehmens für die Frau bis 30. 

Der Trick war, dass man das Bild auf mehrere Arten sehen kann und die Fragestellung war, auf was werden wir uns festlegen; wie alt und welches Geschlecht unser Bewerber ist? Die nachfolgende Diskussionsrunde war sehr lustig und ergebnisreich, aber auch die anschließende Analyse durch unsere Mitstudenten. :)

Damit nicht genug: wir haben als nächstes stille Post gespielt! Der Hintergrund war folgender: ein Freiwilliger hat sich ein Bild angeschaut und Aussagen dazu merken müssen, während einige andere draußen warten. Er erzählt dann die Situation auf dem Bild und diese Infos sollen weitergetragen werden. Wir als Beobachtergruppe haben uns auf Aussagen konzentriert und beobachtet, ob diese weitergegeben werden und ab wann sie verschwinden. Anhand dieser Übung wurden uns viele interessante Prozeße veranschaulicht, also die Vorlesung Gruppendynamik war nicht nur unterhaltsam, sondern vor allen Dingen lehrreich. Es ist nur nicht gerade leicht, das zu beschreiben. Dabei gewesen zu sein hat Spaß gemacht.

Leider kam nach dieser Vorlesung auch die zweite Gruppe wieder mit in den Raum (diese hat normal am Vortag ihren Teil der Vorlesung). Leider deshalb, weil die anschließenden Vorlesungen so anders waren als die vorige. Obwohl wir denselben Dozenten haben, waren die anderen beiden Veranstaltungen schwieriger. Nicht nur, dass es bei weitem nicht so interessant war (zumindest bisher), sondern auch, dass unser Dozent manchmal Gedankensprünge hat (so scheint es mir), die man nicht nachvollziehen kann, wenn man nicht denselben Hintergrund hat. So hab ich z. B. bei manchen Fragestellungen nicht gewußt, auf was er sich jetzt bezieht. Ich bin viel gedanklich abgeschwiffen. Ich werd ihn mal ansprechen, wenn ich wieder nicht durchblick. Denn die Vorlesungen könnten auch interessant sein. In jedem Fall haben wir da eine Gruppenaufgabe zu erledigen, also sollte man es auch nicht vernachlässigen.

In der Mittagszeit hat Katrin versucht, unseren Dozenten zu erreichen, was denn mit dem morgigen Termin ist. Aber nur die Mailbox geht ran. Auf die E-Mail hat er noch nicht reagiert aber dafür kam eine weitere E-Mail von der studentischen Hilfskraft an, die unser Projekt mit betreut. Ob wir denn alle vollzählig erscheinen?

Wir waren erstmal in der Vorlesung Motivation und Gesundheit und haben angefangen, uns der Thematik zu nähern und den groben Abriß zu bekommen, welche Themen uns insgesamt erwarten werden. Welche Prozeße des Geistes und des Verhaltens wir uns anschauen werden und warum das so wichtig ist.

In der anschließenden Pause bekamen wir dann Bescheid, dass die Einladung zum morgigen Termin kein Scherz ist, sondern ein direkter Kundenwunsch. Es ist abgesprochen zwischen unserem Dozenten und dem Auftraggeber, dass diese sich schon jederzeit bei uns melden können. Wäre toll gewesen, wenn man das schon vorher gewußt hätte, dass die uns sehr wohl schon kontaktieren und wir denen antworten dürfen. Hätte einiges an Ärger und Streß erspart. Also dürfen wir morgen da wohl hin. Aber nicht alle können…

Jetzt kam erst noch Dokumentation und Statistik, bei einem Dozenten, dessen Namen ich immer spanisch ausspreche. Was soll man sagen: wie beim letzten Mal: die ersten 10-15 Minuten heißt es durchhalten, es ist langweilig. Aber dann ist es plötzlich wieder spannend und man bekommt Informationen und Einblicke, die echt nicht übel sind. Und auch, wenn die Art unseres Dozenten etwas anders als gewohnt ist, so ist es doch eine gewisse Abwechslung und man kann doch guten Unterricht haben. Mal schaun, wie sich das noch entwickelt.

Nach den Vorlesungen war uns also klar: heute können wir nicht heimfahren, sondern müssen einen Tag extra machen. Tja, was tut man, wenn man Extrazeit in Coburg verbringen muss? Ich bin zwei Stunden durch die Stadt gelaufen, von der FH bis zur Johanneskirche, am Seniorenheim vorbei, einen Unfall beobachtet und zwei Studentenverbindungen entdeckt. Dann noch in der Wohnung sauber gemacht und in die Falle. Bin gespannt, wie das morgen wird.

Aufwertung

Mittwoch, 01. April 2009

Heute war ein Tag voller Aktivität. Ging es doch gleich intensiv los mit neuen Projekten. In der Banane wurde uns heute eröffnet, dass wir im Modul Gesundheit II einen praktischen Leistungsnachweis zu erbringen haben. Das heißt im Folgenden: wir mussten uns in Gruppen zu 4 Personen zusammenfinden und uns zu einem Thema auf einer Liste eintragen. Es ging erst einmal damit los, dass wir verschiedene Begriffe klärten, ebenfalls in Gruppenarbeit. Das war die Voraussetzung, dass wir anschließend auf die Themen kommen und uns etwas darunter vorstellen konnten.

Die Gruppeneinteilung war mir ziemlich egal, denn ich bin der Ansicht, es tut nur gut, wenn sich die Gruppen mal verändern, die Teilnehmer sich austauschen. Und man sich besser kennenlernt und nicht immer dieselben Personen zusammen sind. Es hat sich dann aber doch so ergeben, dass ich in einer reinen Jungsgruppe gelandet bin. :)

Der Vorteil diesmal ist allerdings, dass alle 4 zusammen präsentieren. Wir haben das Thema Yoga bekommen. Es geht dabei darum, dass wir als Gruppe einen Überblick über das Thema geben und den Anwesenden Appetit auf mehr machen. Im Grunde also eine Sales Presentation, wo wir unser Produkt an den Mann bringen sollen. Das coole ist, das wir relativ frei in der Gestaltung und Aufbereitung sind und nicht zu tief in die Materie einsteigen müssen. Ich habe schon einige Ideen zur Präsentation und möchte die auch gerne umsetzen. Wird bestimmt ziemlich spaßig. Aber wir sind mit die letzte Gruppe, die ihr Thema präsentieren kann. Ich hätte gern als erste Gruppe gemacht, aber die anderen wollten nicht so wirklich. Aber egal, jedenfalls ist das wohl das Semester der Projekte und Gruppenaufgaben.

Kurz danach im zweiten Teil der Veranstaltung erfuhren wir noch, dass wir im Modul Forschung sowohl einen schriftlichen Leistungsnachweis in Statistik schreiben werden (was wir schon vom Dozenten erfahren hatten) und in der aktuellen Vorlesung ebenfalls eine Studie aufbereiten müssen. D. h. wir bekommen jeder eine Studie und eine Woche Vorbereitungszeit. Die Studie kann auf deutsch oder auf englisch sein, was die Sache etwas schwieriger macht. Wir müssen im Anschluß das Wesen der Studie erfassen, zusammenfassen und unseren Mitstudenten präsentieren. Das muss jeder machen. Ich denke, das wird eine lustige Sache. :D

Zwei andere Kleinigkeiten finde ich noch erwähnenswert: ca. die Hälfte unserer Mädels hat sich seit letzter Woche in der Fastengruppe engagiert, genauer seit Samstag sind sie aktiv am Fasten. Sie kommen allerdings erstaunlich gut zurecht, haben einiges an Gewicht abgenommen aber freuen sich trotzdem darauf, wenn sie ab morgen (Donnerstag) wieder anfangen dürfen etwas zu essen. Erlaubt natürlich einige lustige Späße, die man mit unseren Fasterinnen machen kann. ;D Aber irgendwo ist es auch gut, dass sie so etwas mal probieren und vor allem durchhalten.

Das nächste, was wirklich cool ist, war folgendes: unser Studiengangsleiter hat uns heute erzählt, dass unser Studiengang eine Aufwertung erhalten hat. Da wir sehr viele wissenschaftliche Themen fundiert behandeln wurde unser Studiengang von Bachelor of Arts zu Bachelor of Science hochgestuft. Das heißt, dass sich am Studiengang nichts ändert, aber man ihn als höherwertig als bisher anerkennt. Mit der Folge, dass wir später unseren Master of Science machen und sogar einen Doktortitel erwerben können. Engagement und entsprechendes Weiterstudieren vorausgesetzt. Aber alles in allem eine höchst erfreuliche Nachricht.

So gesehen wird der Studiengang immer cooler und man kann mit dem Verlauf des 2ten Semesters bisher nur zufrieden sein.

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