Gruppeneinteilung

Montag, der 30.03.2009

Der Montag begann für mich mit viel Fieselarbeit zuhause und einem anschließenden Spurt nach Coburg, da die Zeit mal wieder knapp wurde. Von der Wohnung aus schnell in die Mensa und von dort aus anschließend in die Vorlesung. Wieder im Raum 208 in Gebäude 1, einem viel zu kleinen Vorlesungsraum für uns. Mindestens 5 Personen sitzen regelmäßig mit ihren Stühlen auf den Gängen und müssen sich an anderen Tischen mit ausbreiten.

Andererseits schafft das eine gesellige Atmosphäre. :D Jedenfalls gab es wieder einiges, was wir in der regulären Vorlesung durchgenommen haben. Leider hat anfänglich der Laptop nicht funktioniert und so dauerte es ein paar Minuten länger, bis wir mit der Vorlesung anfangen konnten. Das tat allerdings dem Stoff und dem Verständnis keinen Abbruch und wir sind wieder gut vorangekommen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung kam die von uns herbeigesehnte Gruppeneinteilung für die Projekte. Fünf Gruppen sind vorhanden und 5 Projekte zu vergeben. Die Einteilung hat unser Dozent nach dem Zufallsprinzip vorgenommen, da er nicht zuteilen konnte, welche Eigenschaften in einer Gruppe bestmöglich zum Gelingen beitragen würden, bzw. wer welche idealen Vorkenntnisse hätte.

Mein Lieblingsprojekt hat eine andere Gruppe bekommen, aber das hat zwei wesentliche Vorteile: ich lerne mehr in einem anderen Projekt, zu dem ich keinen Draht habe und ich muss mich nicht entscheiden, wie ich meine Aktivitäten teilen muss, wenn ich mein Lieblingsprojekt bekommen hätte. Ich kann das hier schlecht ausführen, ohne zuviel von dem Projekt zu verraten, deshalb muss es schwammig bleiben.

In jedem Fall wurden wir mit dem genauen Ablauf vertraut gemacht: dass wir Protokoll zu führen haben, wann wir uns mit den entsprechenden Stellen in Verbindung setzen dürfen, dass wir am besten eine Projektverwaltung mit open project oder MS Project durchführen sollen und dass wir unser Protokoll fortlaufend führen und aktuell halten sollen und dass wir eine PowerPoint (ÄRKS) Präsentation erstellen und fortführen sollen. Wir sollen in der Lage sein, unser Projekt jederzeit auf dem aktuellen Stand zu präsentieren.

Nachdem wir all die Dinge erfahren haben, die wir für die Vorbereitung des Projekts bereits tun müssen, durften wir auch gleich damit beginnen und die Gruppen teilten sich auf. Wir fingen also an, Zielsetzung, Ablaufplan, Positionen festzulegen. Wichtig ist dabei, dass unser Dozent bis morgen früh um 10.00 Uhr MEZ bereits den aktuellen Projektstand (Protokoll und Präsentation) per E-Mail haben wollte.

Also haben wir versucht, anfänglich die Positionen zu verteilen, wobei noch nichts in Stein gemeißelt ist. Auf die Frage, ob er uns nicht heute Prüfungseinsicht gewähren wollte kontrollierte er kurz seinen Timer und holte anschließend die Prüfungen. Wir, die wir noch vor Ort waren, hatten also die Möglichkeit, die Prüfungen einzusehen.

Das Problem bei der Sache waren aber zwei Punkte: ich hatte im Vorfeld schriftlichen Antrag gestellt, eine Prüfungskopie zu erhalten, was mir verweigert wurde. Also wollte ich die Prüfung für mich abfotografieren, um mich in Ruhe damit auseinandersetzen zu können. Für dieses Vorhaben wurde ich vom Dozenten scharf getadelt. Auf die Frage, warum man keine Kopie erhält bekam ich die Antwort, dass manche Studenten schon Anwälte bemüht haben, weil die Antworten in den Prüfungen manchmal korrekt waren, aber nicht die Inhalte aus dem Unterricht widerspiegelten und dieser abgeprüft wird. Und um solche Unannehmlichkeiten zu vermeiden gibt es keine Kopien.

So konnte ich die Prüfung nur überfliegen, habe aber die Punkte nachgezählt. Anschließend habe ich nach dem Notenschlüssel gefragt und dabei festgestellt, dass unser Dozent sich scheinbar bei meinen Punkten verzählt hat. Kommt bei ihm alle drei Jahre einmal vor, aber allem Anschein nach habe ich eine Note schlechter bekommen, weil er sich verzählt hat. Er überprüft das jetzt und dann wird die Note entsprechend korrigiert. Na da bin ich ja mal gespannt. :)

Büchergutschein

Wir hassen sie. Wir hassen sie alle. Niemand zahlt sie gerne: Studiengebühren. Aber sie existieren in Coburg. Und obwohl die Schulen einen Spielraum haben, nimmt Coburg von den Studenten (zumindest bei IGF weiß ich das) die vollen 500,- Euro. Letztes Semester kam noch ein Studentenwerksbeitrag und -verwaltungsbeitrag von 85,- Euro drauf. Dieses Jahr wurde der Betrag auf 35,- Euro geschrumpft, weil es da eine einheitliche Senkung gab.

Für uns als Studenten ist oft genug nicht nachvollziehbar, wozu die Studiengebühren gut sein sollen und es wurde auch heftig dagegen demonstriert. Keine Ahnung, was daraus geworden ist. Wär nur schade, wenns ein Strohfeuer bliebe. Das Thema ist wichtig und belastet die Studierenden. Zu allem Überfluss ist die Qualität deutscher Hochschulen auf einem international schlechten Niveau: was studieren denn ausländische Studenten bei uns in Deutschland? Ein Hauptfach ist Musik! Und wo studieren viele Deutsche? Im Ausland, vornehmlich in den USA. In der SZ war dazu ein interessanter Bericht, der mit Zahlen nicht geizte und Deutschland als eines der absoluten Schlußlichter abstrafte. Vom Glanz früherer Zeiten und einem Renomee, wenn man in Heidelberg studiert hatte, ist nicht viel übrig. Die Eliten wandern ab. Und es scheint nicht so, dass viel dagegen getan wird. Mit einer schwerfälligen Politik, die keine Ahnung von Bildung hat und uns mit antiquierten Methoden weiter verblöden möchte. Der deutsche Sonderweg muss wohl immer Bestand haben. Es reicht.

Aber diese Thematik werde ich noch einmal ausführlicher breittreten. Es kann so nicht weitergehen. Sonst haben wir irgendwann statt Bildungseliten nur noch blöde Nieten, die glauben, lernen müsse schwer sein. 

So, was macht Coburg mit dem Geld, dass wir als Studenten von IGF zahlen? Nun, ein Teil aller Studiengebühren fließt dem IT-ServicePoint zu, an den sich jeder Student mit PC Problemen wenden kann. Das ist eine durchaus sinnvolle Verwendung.

Letztes Semester haben wir einen Büchergutschein erhalten, den wir bis zu maximal 100,- Euro ausschöpfen konnten. D.h. wir durften bei einer in Coburg ansässigen Buchhandlung online recherchieren nach vorhandenen Büchern und diese mit einem Formular der Hochschule übermitteln. Dann wurden die Bücher auf Relevanz geprüft, also, ob sie zum Studiengang passen. Nix mit Harry Potter auf Hochschulkosten. Diese Bücher durfte man dann abholen. Wenn der Betrag nicht voll ausgeschöpft wird, bleibt die Differenz natürlich im Hochschultopf für weitere Projekte etc.

Z. B. wird aktuell eine Fastenwoche unter Anleitung für IGFler angeboten, an der sich scheinbar eine Vielzahl aktiv beteiligt. Außerdem werden kleinere Projekte gefördert und es ist angedacht, weitere Fortbildungen neben dem Studium zumindest teilweise mitzufinanzieren, damit wir Scheine machen können, die uns später zusammen mit unserem Bachelor zur Abrechnung einzelner Leistungen bei den Krankenkassen ermächtigen. Vielleicht ist man nicht mit allem einverstanden oder es kann nicht jeder an den Kursen teilnehmen, die angeboten werden. Teils aus Zeit- oder Interessenmangel. In der Summe gesehen aber kommt das Geld doch dem Studiengang als ganzem und dem einzelnen in Form höherer Qualität und zusätzlicher Ausbildung zugute. So gesehen wird zumindest in unserem Studiengang mit dem Geld allem Anschein nach vernünftig umgegangen und es ist eine sinnvolle Verwendung, die auch erst z. B. Rabatte von Lehrgangsträgern mit ermöglicht. So gesehen bekommen wir mehr für unser Geld, als wir einzahlen.

D. h. soweit ich es beurteilen kann: bisher habe ich keinen Einblick in die tatsächliche Mittelverwendung. Aber so wie es bisher scheint, bemühen sich unsere Vertreter durchaus, nicht nur einen Gegenwert sondern sogar einen Mehrwert für unsere Gelder zu erbringen. Der Büchergutschein ist nur ein kleiner Teil dieses Gegenwerts, Kurse und Scheine sind Mehrwert. Bin mal gespannt, was noch so kommt und ob wir dieses Semester wieder Bücher kaufen dürfen.

Leben ohne Zucker

Heute ist der 28. März 2009

Der Titel “Leben ohne Zucker” passt nicht ganz, aber er trifft doch den Kern auch ganz gut: seit dem 02. März 2009 esse ich keine Süßigkeiten mehr. Ich habe seitdem keine zuckerhaltigen Limonaden getrunken, keine Süßigkeiten mehr gegessen und auch meine normalen Essensportionen verkleinert. Ohne Anstrengung und ohne Verlangen nach Zucker.

Ich bin normalerweise eine Naschkatze und esse übermäßig viel Süßes; ich bin ein sogenannter Schokoholiker. Und in der letzten Zeit hatte ich jeden Tag ca. 0,5 Liter Cola getrunken. Bäh, dabei schmeckt mir das Zeug nicht einmal. Ich habe ab dem 02. März mit etwas Neuem begonnen und hatte dank dieser Neuheit kein Verlangen mehr auf Zucker. Anders ausgedrückt: ich habe unmittelbar mit den Süßigkeiten aufgehört und hatte auch kein Verlangen, kein craving mehr danach. 

Ich habe nicht komplett auf Zucker verzichtet, habe aber nichts süßen müssen. Kaffee trinke ich nicht und ich habe auch sonst nichts zu süßen gehabt. In den letzten Wochen habe ich gelegentlich mal ein Stück Kuchen (ohne Glasur o. ä.) gegessen und an einem Abend einmal 3 Maoam (einzelne Stücke) gegessen. Und ich habe die Teile voll genossen und ausgeschmeckt. Aber bis auf diese Kleinigkeiten gab es keine Schummeleien, versteckte Zuckeraufnahme oder so. 

Erst heute hat man mir eine offene Schokolade einer echt guten Marke angeboten und sie hat auch gut gerochen. Und ich hab überlegt, ob ich sie probieren will. Aber ich habe kein Verlangen gehabt und dankend abgelehnt. Es war keine Schwierigkeit für mich, ich habe der Schokolade nicht nachgeweint oder mit der Entscheidung zu kämpfen gehabt “Naja, ein Stück kann doch nicht schaden”. Man könnte sagen ich bin clean.

Eis, dass in der letzten Zeit öfters mal auf dem Tisch stand habe ich ohne Reue abgelehnt. Einmal habe ich 9 Krümel Krokant gegessen, um zu sehen, wie der Haselnussgeschmack ist. Wer das nicht kennt: diese Krümel werden normal auf den Frankfurter Kranz aufgestreut. Diese kleinen knackigen Krümel meine ich. Ganze 9 Stück habe ich probiert. Einzeln. Und konnte sie problemlos gehen lassen. 

Ich hatte Unterstützung, denn am 02. März habe ich etwas neues ausprobiert. Kein neuartiges Sportprogramm oder eine Ernährungsumstellung oder sonstige Verhaltensänderungen. Auch keine Hypnose oder irgendwelche andere Techniken. Und erst recht keine Drogen oder sonstigen dubiosen Dinge. Aber dank dieser Neuheit habe ich meine Zuckeraufnahme signifikant gesenkt. Obwohl ich schon seit über einer Woche nichts mehr von dieser Neuheit benutze, habe ich bisher keinen ‘Rückfall’ erlitten. 

Ich weiß nicht, wie sich mein Gewicht oder Körperfett verändert haben. Ich hätte mich vorher wiegen können, dann wüßte ich jetzt Vergleichszahlen. Fetter bin ich jedenfalls nicht geworden. :D Aber ich habe dem Zucker ade gesagt und es kratzt mich nicht, wenn jemand Eis oder Schokolade oder sonst etwas Süßes oder Kuchen mit Sahne ißt. Ich habe keinen Neid, kein Verlustgefühl oder fühle mich schlecht, weil ich ja ‘verzichte’. Ich merke nichts von einem Verzicht. Ich freue mich im Gegenteil, dass ich kein Sklave meines Verlangens auf Zucker mehr bin.

Ich wollte diese freudige Nachricht einfach einmal teilen und werde über meinen Fortschritt weiter berichten. Ich werde jetzt noch nicht offenbaren, was ich getan habe, um dieses Ergebnis zu erlangen. Aber in einem späteren Beitrag werde ich sicher verraten, was diesen Effekt bei mir ausgelöst hat. Wenn jemand ganz neugierig ist, freue ich mich über einen Kommentar, aber Werbung für diese ‘Sache’ werde ich jetzt noch nicht machen. 

Ich stelle mir gerade vor, wie positiv sich mein neues Verhalten in der Zukunft auf meine Gesundheit auswirkt… kein Zucker mehr. Was das für mein Gewicht, meine Zähne, meinen Blutzucker und mein Wohlbefinden alles bedeutet. Der Wahnsinn. Ich bin extrem dankbar, dass ich diese Neuheit probieren durfte. Und irgendwann in der Zukunft sage ich euch, was es war, damit ihr es vielleicht auch so erleben könnt wie ich.

Was tut der Arzt?

Ich habe mir kürzlich die Frage gestellt, ob das, was der normale Hausarzt tut, wirklich so in Ordnung ist und sein muss?

Ich will keine Arztschelte betreiben, denn oft genug sind wir heilfroh, wenn wir einen Arzt haben und wir sollten dankbar sein, dass wir so eine gute Infrastruktur mit Ärzten haben und immer einen zu fassen kriegen. Keine Frage, von der Anzahl der Ärzte sind wir Spitzenreiter. Wie aber ist es um die Behandlung bestellt?

Ich will jetzt über den normalen Allgemeinmediziner sprechen. Nicht über Fachärzte. Diese sind, wie der Name schon sagt, eher vom Fach und Spezialisten auf ihrem Gebiet. Ich rede vom Hausarzt. Demjenigen unter den Ärzten, der von allen am schlechtesten bezahlt ist und dabei das umfangreichste (Grund)Wissen haben muss. 

Ich habe mich gefragt: sind Tabletten und Spritzen wirklich das einzige Mittel im Repertoire des Allgemeinmediziners? Wenn ich zum Arzt gehe, stimmt etwas in oder mit meinem Körper nicht. Der Arzt tut sein Möglichstes, um eine korrekte Diagnose zu stellen. Und will uns mit Tabletten oder weiteren Behandlungen von unserem Leiden erlösen. 

Das ist alles gut und schön und lobenswert. Aber wie oft erhalten wir beim Arzt keine Be.HAND-lung sondern eine Tablettung? Also anstatt echter Hilfe, wie z. B. zu erfahren “Was ist die Ursache”, “Was kann ich dagegen tun außer Medikamente einzunehmen”, “Welche Rolle spielt meine Ernährung, wie sollte ich mich konkret ernähren, was soll ich einkaufen” oder “Welcher Sport ist für mich geeignet, in welchem Ausmaß und wer hilft mir dabei” bekommen wir normalerweise nur ein Rezept, Tabletten, eine Spritze oder vielleicht eine Überweisung. 

Den Ärzten kann man nur teilweise Vorwürfe machen: in ihrem Studium wird wenig Zeit darauf verwendet, wie die Patienten vorbeugen und was sie aktiv gegen Krankheiten tun können. Aber man lernt gut Diagnosen zu erstellen und mit Mitteln zu kurieren. Und Pharmavertreter, die scheinbar immer sofort zum Arzt durchkommen dürfen, schüren die Meinung, dass Tabletten das allein seeligmachende Mittel sind und bestärken die Ärzte. Tabletten sind ein viel zu großer Markt, als dass große Konzerne uns gesund sehen wollen.

Wie wäre es denn mit folgendem Vorschlag für die Zukunft:

Der Arzt soll nur feststellen, was dem Patienten fehlt, also die Diagnose stellen und ihn dann weiterempfehlen. Für die korrekte Diagnoseerstellung und um sich Zeit mit einem gründlichen Check zu nehmen wird der Arzt bezahlt. Die richtigte Be.HAND-lung folgt anschließend beim Experten, bzw. bei einer Reihe von Fachleuten: einer, der mit dem Patienten (hier Kunde genannt) über Möglichkeiten spricht, was für ihn in der Ernährung gut wäre und was und wo er einkaufen soll, vielleicht sogar zusammen mit ihm einkaufen geht. 

Dann ist da einer, der ihn für individuelle Bewegung begeistert, nicht nach Schema F, sondern individuell. Was kann der Kunde, was will der Kunde und in welchem Ausmaß und was sind mögliche Optionen für ihn aus denen er wählen kann?

Dann kommt ein Fachmann, der ihm zeigt, wie er mit seelischen Belastungen und Streß fertig werden kann und die Zusammenhänge zwischen Geist und Körper darstellt und eine echte Hilfe bietet. Und hier muss keiner denken, das ist ein Seelendoktor. 

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass Allgemeinmediziner mehr Zeit für die Patienten haben, gute Diagnosen stellen können und dann den Kunden an den Fachmann abgeben, der mehr bieten kann, als chemische Produkte, sondern echte Hilfestellung auf die Fragen des Kunden. Fragen, deren Wissen man einem Menschen allein (dem Arzt) nicht zumuten kann, da er sonst permanent nur noch Bücher lesen müsste um über die Vielzahl der Themen Bescheid zu wissen. 

In diesem Modell wird der Arzt nicht zur Nebensache sondern zum aktiven Partner anderer Gesundheitsdienstleister, der die Diagnose stellt und damit den Weg bereitet für eine bessere Gesamtgesundheit der Patienten. Und für seine Dienstleistung wird der Arzt von Krankenkassen und evtl seinen Partnern bezahlt. So, dass alle ein faires Gehalt für ihre Leistung bekommen und der Arzt zeitlich entlastet wird und ihm echte Fragen seiner Kunden nicht in Verlegenheit bringen und er an qualifizierte Fachkräfte delegiert. 

Das wäre ein Wunschmodell für die Zukunft.

Gruppentag

Donnerstag, 26.03.2009 (ich will immer noch 2008 schreiben…)

Gestern zum Schlafen hoch gefahren, heute früh geduscht und gegessen und um 8.15 Uhr pünktlich an Gebäude 10 gewesen mit einem neuen Dozenten in den Räumlichkeiten. Der uns erst einmal einiges erzählt hat, was auf uns zukommt und uns gleich viele viele kleinere Gruppenaufgaben machen ließ. Das Meiste bei ihm wird wohl scheinbar um Gruppen und die verschiedenen Rollen(verhalten) sowie das Arbeiten mit Gruppen beinhalten.

Zuerst wurden gelbe, bzw. grüne Kärtchen verteilt. Zu welchem Zweck erfuhren wir später. Wir haben uns heute alle getroffen, obwohl sich zukünftig eine Gruppe am Mittwoch nachmittag und eine Donnerstag früh, also wie heute, zusammenfinden wird. 

Erste Kleingruppenaufgabe war, über die Erwartungen an den Unterricht zu reflektieren und einen Sprecher zu bestimmen. Anschließend einen Gruppennamen zu finden. Es waren einige einfachere Namen dabei und einige sehr interessante und kreative. Unsere Jungsgruppe hieß “Team Spirit”. Fragt nicht, wie wir da drauf gekommen sind… was Armbändchen alles für Ideen hervorbringen…

Anschließend sollten wir also kurz unsere Erwartungen vortragen und unser neuer Dozent hat sich eine Mädchengruppe exemplarisch nach vorne geholt: diese sollten sich mal einfach als Gruppe hinstellen. So, wie sie als Gruppe beieinander stehen würden. Die Anweisung war aber anfangs etwas verwirrend, so dass meinem Eindruck nach das Ergebnis nicht so war, wie es hätte sein sollen oder können.

Aber das galt nur als Demonstration, damit alle anderen Gruppen wissen, was sie als nächstes zu tun haben. Und so haben sich alle Gruppen dann formiert und der Dozent hat die Aufstellungen begutachtet und auch uns dazu aufgerufen, die anderen Gruppen mal anzuschauen. Um Unterschiede aufzudecken. In unserer Gruppe haben wir uns extra lässige Posen überlegt und andere Ideen und unsere Aufstellung wurde auch teilweise vom Heizkörper beeinflusst, den sich jemand krallen musste. :D Aber hat bei uns schon alles gepaßt. 

Die nächste Aufgabe war, dass die Gruppensprecher sich in einem Stuhlkreis setzen und, nach Absprache mit ihren Gruppen, darüber diskutieren, wie wohl der Leistungsnachweis in diesem Fach aussehen solle. War eine interessante Diskussion und die Mehrheitsentscheidung fiel auf ein Gruppenspiel mit trotzdem einem schriftlichen Leistungsnachweis. Nicht, dass der Dozent sich an unsere Ideen halten würde, aber er wollte mal wissen, was die Gruppen so am Liebsten hätten. Außerdem durften unsere restlichen Gruppenmitglieder uns dabei beobachten und sich Notizen machen. Coole Sache das.

Was mir aufgefallen ist: keiner in der Gruppe hat sich während der Diskussion hineingelehnt, alle waren relativ nah an der Stuhllehne (ich auch. Ich hab eher eine Moderratorrolle/kritische Rolle eingenommen und längst nicht alles gebracht – aber alle anderen haben bei diesem ersten Versuch auch nicht alles gegeben, was klar ist). Dann war zu beobachten, dass längst nicht alle aktiv waren, was aber in dieser besonderen Situation ebenfalls nicht schlimm oder verwunderlich ist. Mir als einzigem Jungen in der Gruppe gegenüber habe ich bemerkt, dass die beiden Mädels zu meinen Seiten zwar nicht mit dem Körper abgewandt waren, aber mit dem Beinüberschlag zumindest eine gewisse Barriere zu mir aufgebaut haben. Es war auch interessant zu sehen, dass sich eine Zweiergruppe gebildet hatte, die in einer Art Schulterschluß saß. Bin mal gespannt, ob wir auf die körpersprachlichen Signale in der Vorlesung auch eingehen werden.

Wir durften noch mit anderen Gruppen nach Abschluß dieser Übung verhandeln: denn die gelben Karten stellten die Mittwoch Nachmittag Gruppe dar und die grünen die Donnerstag Vormittag Gruppe. Man konnte tauschen. Einzig Kathi hatte keinen Tauschpartner mehr und jetzt ist die Frage im Raum, ob sie es auch noch irgendwie in die Donnerstagsgruppe schafft?

Nächste Vorlesung beim Studiengangsleiter. War aber, weil erste Stunde, weniger Vorlesung als mehr die Übersicht über das Semester, das Vermitteln der Lernziele und einige Sachen mehr. Außerdem konnten wir einen Blick in die geschriebenen Prüfungen werfen, um daraus zu lernen und um ohne Gram ins neue Semester zu starten.

Anschließend kam nach einer längeren Pause das letzte Thema des Tages, auch bei einem neuen Dozenten: Dokumentation und Statistik. Bei einem Diplom-Psychologen und Theologen. Zuerst startete die Vorlesung relativ langweilig. Fachbegriffe reihten sich aneinander wie die Maschen auf einer Häkelnadel und die deutsche Übersetzung hätte für viele einiges zum Verständnis beigetragen. Aber nach der ersten halben Stunde entwickelte sich das Ganze doch ganz interessant. Viele meiner Mitstudenten werden mich steinigen, falls sie lesen, dass ich finde, dass die Vorlesung nicht so schlecht war. Das kann echt noch sehr interessant werden. Heute kamen jedenfalls Grundlagen dran und beim nächsten Mal starten wir da richtig durch. Einzig ist die Gruppeneinteilung noch nicht geklärt, aber dem Dozenten ist es auch recht, wenn mal ein gewisses Springen zwischen den Gruppen ist. Das stört ihn und die Vorlesung nicht. Obwohl sich diese Vorlesung langweilig anhört und auch langsam anging, steigerte sie sich dennoch und es kann sein, dass dieses Fach später einen gewissen Spaß mit sich bringt. Ich hoffe zumindest, dass es im Verlauf des Semesters so sein wird.

Na das kann ja noch spannend werden. Die ersten Vorlesungen lassen den Schluß zu, dass das zweite Semester sehr interessant werden kann und eine deutliche Steigerung zum ersten darstellt.

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