Joghurt – lecker, gesund, leicht und günstig. So gut wie keine Kalorien und gut für den Darm. Was gibt es besseres für die Gesundheit?
Okay, ich muss das ganze relativieren. Nicht jeder Joghurt erfüllt die oben genannten Kriterien. In diesem Beitrag geht es deshalb kurz um die Joghurts, die unserer Gesundheit zuträglich sind.
Joghurt wird ja schon seit Jahrhunderten verwendet und man berichtet die wundersamsten Dinge, wie Joghurt helfen soll und dass es in machen Kulturen auch therapeutisch eingesetzt wird. Und jedem sind schon die ein oder anderen Pilze aufgefallen, die unter Freunden getauscht wurden, um einen Trinkjoghurt oder ein joghurtähnliches Getränk herzustellen. Wir beschränken uns aber jedoch auf den ‘normalen’ Naturjoghurt, den jeder kennt und hoffentlich schon jeder gegessen hat oder regelmäßig isst.
Naturjoghurt ist leicht bekömmlich, hat praktisch null Fett und Kalorien, schmeckt gut, lässt sich zu Soßen, Dressings, Drinks und Cocktails verarbeiten und bietet noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten. Er schmeckt lecker, lässt sich mit Obst, Früchten, Müsli lecker weiterverarbeiten (Achtung beim Müsli: oftmals hohe Kalorienaufnahme!) und ist extrem günstig. Joghurt gehört auf den täglichen Speiseplan und in 3 von 5 deutschen Haushalten wird Joghurt konsumiert.
Wäre doch zu schön und ideal, wenn Joghurt auch gesundheitliche Effekte aufweisen könnte. Und angeblich tun genau das sogenannte probiotische Joghurts. Im Ärzteblatt vom März 2005 war zu lesen, dass Probiotika gut sind zur Vorbeugung und Behandlung bei Durchfall, Allergien, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa und dass Probiotika eine Schleimhautmodulation bewirken. D. h. vereinfacht ausgedrückt ein besserer Immunschutz. Schwangere können gesündere Kinder bekommen.
Joghurt kann angeblich helfen bei Parodontose, Karies, Mundgeruch. Und Butyrate, die durch Probiotika gebildet werden, senken das Darmkrebsrisiko um bis zu 40%. Außerdem können Probiotika chronische Kopfschmerzen beseitigen, da eine gesunde Darmflora weniger Fäulnisgase produziert, welche sonst im Blut kursieren und Kopfschmerzen verursachen können.
Das bei so einem ‘Wundermittel’ natürlich viele Firmen auf den Gesundheitszug aufspringen wollen um Joghurt zu vermarkten ist nur allzu verständlich. Aufgrund neuer Regelungen darf im Zusammenhang mit einem Lebensmittel nicht mehr ohne weiteres mit Gesundheits- oder Heilaussagen geworben werden und deshalb bemühen sich auch viele Hersteller jetzt, schnell wissenschaftliche Studien beizubringen, die die Wirksamkeit ihres Produktes belegen. Ob der Gesetzgeber mit den aktuellen Regelungen wirklich zur Transparenz beiträgt und ob all diese Regelungen wirklich zum Vorteil des Verbrauchers sind, steht in der Diskussion. Die Frage ist, wie unmündig wir Bürger tatsächlich sind, um alles reglementiert zu bekommen und wie skrupellos die Firmen sein müssen, da sie uns scheinbar nur über den Tisch ziehen wollen? Fakt bleibt, dass derzeit Regelungen bestehen und uns vor falschen Versprechungen schützen sollen. Ein nobler Gedanke – kompliziert umgesetzt.
Zurück zu den Joghurts. Probiotische Keime in den Joghurts haben definitiv eine Wirkung auf uns. Ohne mich jetzt in genauer Erklärung verlieren zu wollen. Die Zeitschrift BIO hat vor einiger Zeit probiotische Joghurts getestet und auch Stiftung Warentest hat sich bereits (mindestens) einmal der Frage angenommen, wieviele positive Keime in den einzelnen Joghurts vorhanden sind. Denn was bringt eine tolle (versprochene) Immunwirkung, wenn nichts davon im Darm ankommt, weil zu wenig positive Keime vorhanden sind?
Schauen wir uns also kurz die Joghurts an, ohne Namen zu nennen. Sprechen wir generell von industrieller Fertigung und wie Joghurtkulturen darauf reagieren. Industrielle Joghurts werden in Massenproduktion hergestellt. Das ist nicht schlecht. Das Problem ist nur, dass die Joghurts dabei meistens hoch erhitzt werden, um sie haltbar zu machen. Leider mögen viele Probiotika keine hohen Temperaturen.
Von der Produktion bis zum Geschäft und ins Kühlregal vergehen meist einige Tage. Sagen wir einmal, es sind von der Produktion bis ins Geschäft nur zwei Tage. Man muss wissen, dass Probiotika keine lange Lebenszeit haben, in der sie aktiv werden. Also sollte ich als Kunde immer die neueste Lieferung kaufen. Und nicht auf Vorrat, denn die meisten Keime leben längstens 2 Wochen (nach mir vorliegenden Informationen). Oft genug aber ist die Ware im Laden nicht erst heute eingetroffen und der Kunde kauft auch nicht immer frisch; viele Konsumenten kaufen Probiotische Joghurtdrinks auch im MHD, also die kurz vor Ablauf stehen. Ich persönlich bezweifle, dass da noch viel Gesundheit in den Flaschen steckt. Aber das ist meine persönliche Meinung, ich bin kein Chemiker und will dich als Leser nur an meinen Informationen und Ansichten teilhaben lassen. Ich gehe also davon aus, dass die Joghurts, die sich viele kaufen, schon nicht mehr die Menge an lebenden Keimen beinhalten, die man sich erhofft hat.
Nicht zu vergeßen eventuell vorhandene Zusätze, Süßungsmittel, Farbstoffe, Emulgatoren, die Haltbarmachung etc.
Früher war ich einer der wenigen, die Yakult getrunken haben, der erste kommerziell erhältliche probiotische Joghurt-Drink. Erfunden von einem Japaner. Damals wurde man noch belächelt, wenn man sich ‘so etwas’ kaufte.
Aber die hohen Kosten sind ein Faktor, der mich schon damals davon abhielt, derartige Joghurts regelmäßig zu konsumieren. Inzwischen bin ich auf einen Joghurt zum selber machen gestoßen. Das funktioniert so: man nimmt einen Liter Milch und der Fettgehalt entscheidet, ob es ein stichfester Löffeljoghurt oder ein Trinkjoghurt wird. Je mehr Fettgehalt, desto fester wird der Joghurt.
Man gibt die Milch in den Innentopf des Joghurtbereiters. Das ist ein stark isoliertes Gefäß bestehend aus zwei Plastiktöpfen. In die Milch rührt man dann das Joghurtpulver ein, das 4 verschiedene Bakterienkulturen enthält. Anschließend macht man den Deckel drauf und gibt in den Außentopf kochend heißes Wasser. Da rein stellt man dann den Innentopf, wieder ein Deckel drauf und dann wartet man 8 Stunden. Dann ist der Joghurt gereift und kann zum Abkühlen in den Kühlschrank. Das ganze läuft ohne Strom und ist kinderleicht.
Der Joghurt ist sehr günstig, aber man braucht immer wieder neue Joghurtkulturen. (es werden immer 6 Beutel auf einmal verkauft, das reicht für 1 Monat) Wir haben das mal im Labor getestet, ob man vom ‘alten’ Joghurt ein paar Löffel benutzen kann, um neuen Joghurt zu züchten. Obwohl wir einen Joghurt hinbekommen haben, können wir diese Methode nicht empfehlen: selbst unter sterilen Bedingungen im Labor haben wir es nicht geschafft, den ‘neuen’ Joghurt so gut hinzubekommen, wie wenn man einen neuen Beutel Joghurtpulver nimmt. Anders ausgedrückt: verwendet man ‘alten’ Joghurt um einen neuen zu züchten, war der neue Joghurt schon bald mit ungünstigen Bakterien besiedelt, die wir nicht wegen ein paar Euro ‘Ersparnis’ mitessen wollten. Unser Fazit war dann: ein Beutel frische Joghurtkulturen für einen neuen Joghurt und alles läuft prima.
Dieser selbstgemachte Joghurt kommt ohne Konservierungsstoffe aus, ohne Geliermittel, die Milch wird nicht hocherhitzt und das mögen auch die probiotischen Joghurtkulturen lieber. Der Joghurt schmeckt wahnsinnig gut und liegt preislich unter denen aus dem Supermarkt. Wer gerne Joghurt isst und auf Probiotics steht, kann die Seite des Selbstmachjoghurts besuchen. Diese findet man unter www.wellnessjoghurt.de
Wer sich den kurzen Augenblick Zeit nimmt, um sich seinen Joghurt selbst anzurühren und den Geschmack lieber selbst bestimmt oder gern variiert, sollte diesen Joghurt zum selbst machen in Betracht ziehen. Das Schöne ist: die Firma gewährt auch nach dem Verzehr des Joghurt ein Rückgaberecht, man kann also einen Monat in Ruhe testen. Und wer danach feststellt, dass ihm die ‘Arbeit’ doch zuviel ist, kann die Sachen wieder gegen volles Geld zurückgeben.
Ich selbst esse diesen Joghurt jetzt sehr lange Zeit und bin zufrieden damit, besonders mit dem Geschmack. Eine Packung mit 6 Beuteln (= 6 Liter Joghurt) reicht für eine Person einen ganzen Monat, wenn man am Tag 200 ml davon isst (empfohlen laut Verpackung). Der Preis ist günstig und es ist ein deutsches Qualitätsprodukt. Ich kann ihn guten Gewissens empfehlen, aber entscheiden muss das jeder für sich. Ich persönlich liebe einfach den genialen Geschmack und spare mir Geld im Vergleich zum Supermarkt und… selbstgemacht ist doch immer noch am Besten.
In diesem Sinne, weiterhin gute Gesundheit, egal ob mit oder ohne Joghurt. Und für alle, die sich ein Bild machen wollen, hier nochmal der Link zum Joghurt.
PS: das ist derselbe Joghurt, der damals von Stiftung Warentest die höchste Anzahl an probiotischen Keimen bestätigt bekommen hat und war die Empfehlung der Zeitschrift BIO. Aber das nur am Rande.