Der 1.10.2008 ist ein Mittwoch. Die Nacht ist kurz. Und schon klingelt der Wecker.
Aufstehen, duschen, anziehen, essen und auf den Weg gemacht nach Coburg.

Der Weg ist ja nicht schwer und die FH ist auch gut ausgeschildert. Außerdem war ich ja bei der Einschreibung da. Also alles kein Thema. Gleich mal auf einen der Parkplätze direkt am Studentenwohnheim gestellt; gehöre ja jetzt auch dazu.

Dann zum Studentenwerk gelaufen (ist genau zwischen den Häusern Coburg und Sachsen, geht ein paar Stufen runter). Dort kurz blicken lassen und dann sollte ich im Eingangsbereich vom Haus Coburg warten; der Hausmeister kommt gleich und gibt mir die Schlüssel. Es ist im Augenblick noch 9.20 Uhr.
Gesagt, getan. Ich also im Eingangsbereich und am warten. Mal die Briefkästen gecheckt. Hey, da steht ja sogar schon mein Name. Na die sind ja auf Zack. Mal die Aushänge im Schaukasten gelesen. Nichts besonderes.

Da kommt auch schon der Hausmeister. Er gibt mir die Zimmerschlüssel, einen Zettel, dass ich das Inventar kontrollieren soll, sagt mir, dass die Waschmaschine und Trockner im Keller sind und mit Münzen funktionieren und will nicht mal meinen Kontoauszug wegen der bezahlten Kaution sehen. Dabei sollte ich ihm das zeigen. Streichen muss ich nicht, weder beim Einzug noch beim Auszug. Nur Klebstoffreste von Postern müssen übermalt werden. Farben und Pinsel kann man sich ausleihen, kostet nichts.
Der Hausmeister würde sich auf jeden Fall die Wände streichen, wenn er 2 Jahre oder länger hier wohnen würde. Vielleicht mach ich das auch noch.

Meine Zimmernummer beginnt mit 7, dabei hat das Haus nur 6 Stockwerke. Weil die bereits im Erdgeschoß mit zählen angefangen haben. Okay, also rauf in den 6ten Stock und Zimmer gesucht (und gefunden). Auch da steht schon mein Name. Nicht übel.

Aufsperren. Hoffentlich ist die Einrichtung nicht zu grottig. Ich habe Glück!
Sieht genauso aus, wie auf den Bildern auf der Internetseite der Hochschule. Also gleich mal die Tasche mit dem Laptop ablegen und alles kontrollieren. Also rechts die Tür führt ins Bad. Da ist ein beleuchteter Spiegelschrank mit Steckdose drin. Das Waschbecken hat einen leichten Riss. Mal für den Hausmeister aufschreiben. Unter der Dusche, da wo der Syphon ist, ist ne Kachel kaputt. Notiert. Ansonsten scheint das Bad in Ordnung zu sein. Toilette ist sauber, ne Bürste ist vorhanden, sogar ne Rolle Klopapier kriegt man hier gesponsert.
Der Schrank hat nen eigenen Lichtschalter außen und ist doch ziemlich geräumig. Ne lange Kleiderstange, ein Regal und noch zwei weitere Bretter. Sauber und ordentlich. So mag ich das. In der Wohnung selbst ist so ein ziemlich grober Teppich. Also wie man ihn in irgendwelchen Büros finden würde. An der Wand ist ne Schlafcouch mit Bettkasten. Regal und Schreibtisch sind in Ordnung. Ein Mülleimer steht in dieser Rollkommode. Ich hab nen wunderbaren Ausblick auf den Parkplatz und die Wälder. Nicht übel. Ich hab ein Eckzimmer aber genausoviele Fenster wie jede/r andere.
Rechts hinten ist die Küche versteckt. Da ist ein Linoleumboden drin. Kühlschrank, Mülleimer, Spüle und zwei Herdplatten. Darüber ein Hängeschrank. Wie zu erwarten war kein Besteck, keine Teller, kein Garnix. Aber is vielleicht auch besser so. Ja, also mit der Wohnung scheint alles soweit in Ordnung zu sein.
Ich kann gerade noch zwei Taschen aus meinem Auto holen, bevor ich zu den Infoständen gehe.
Soll ja schonmal das nötigste im Zimmer sein. Also Elektrogeräte, Hygieneartikel und vor allem was zu schreiben, falls man das heute gleich braucht.

Rüber zum Haupteingang und Richtung Aula gelatscht. Steht ja auch überall angeschrieben, falls man nicht weiß, wohin. In der Säulenhalle sind die Infostände bereit und da gibt es ja auch unsere Willkommenstaschen.
Gut, dass ich mir nen Gutschein mitgenommen hab bei der Einführungsveranstaltung. Für den krieg ich jetzt ne coole weiße Tasche der FH Coburg (aus Lkw-Plane). Drin sind ein Mini-Balisto, ein Kugelschreiber von der VR Bank Coburg, Lineal, Textmarker, Tip-Ex Roller, ein Gutscheinheft für Studenten (gültig in Verbindung mit dem Studentenausweis) und noch ein paar Infos. Ja, schöne Sache das.

Jetzt mal runter in die Aula, is schon gerammelt voll. Aber wer fragt, bekommt noch nen Platz. Vor allem, wenn man sich nicht scheut, durch die Gänge zu laufen und sich umzuschauen, wo noch was frei ist.
Wenige Minuten später beginnt die Begrüßung. Zuerst ein langatmiger Direktor, dann ein sympathischer Bürgermeister, anschließend noch ‘wichtige Ansprechpartner’. Also normal hätte man sich das schenken können, weil es hauptsächlich Blabla war ohne wirklichen Nutzwert. 11.40 waren die fertig und der nächste Redner noch nicht da. Also haben wir Pause.

Ich geh nochmal schnell auf Stube und stell die Tasche ab. Bis ich wiederkomm, geht es schon weiter. Der Typ erzählt irgendwas von diesen Wahlfächern. Für mich nicht wichtig weil ich bei IGF keine brauch und mir lieber selbst aussuch, was ich lern, anstatt auf einen Lehrplan oder das ‘Fachwissen’ mancher selbstverliebter Dozenten zu vertrauen. Also nutze ich die Zeit und informier mich am Stand für Auslandsangelegenheiten (oder so ähnlich) wegen Praxissemester im Ausland. Das ist möglich und machbar. Und die fördern das auch noch. Ist ja spitze. Da lässt sich sicher was gutes finden und durchziehen.

Was machste mit der Zeit, bis IGF sich in der Säulenhalle trifft? Weil nämlich die IGFler sofort nach der Veranstaltung sich hier treffen sollen. Alle anderen haben erst Mittagspause und werden später von den Fachschaften abgeholt. Da aber physikalische Technik auf der einen und IGF auf der anderen Seite wenige Mitglieder haben, werden wir sofort einkassiert und gehen gemeinsam zu Mittag. Da lernt man sich gleich besser kennen. Finde ich gut.
Also lauf ich mal durch das Gebäude auf der Suche nach so nem Automaten, um meinen Studentenausweis aufzuladen. Finde aber keinen. Ach egal. Also zurück in die Halle, dem Typen in der Aula über den Monitor, der in der Halle aufgestellt ist, noch etwas zugehört und die Info für nicht interessant befunden.
Also warte ich mal und kurze Zeit später steht da schon ein Mädchen mit einem Schild “Integrative Gesundheitsförderung” herum. Ich begeb mich zu dem Pulk, der hauptsächlich aus Mädchen besteht. :D
Der ein oder andere Junge sind auch da. Sehen zwar nicht unbedingt so aus, wie man sich typische männliche IGF-Studenten vorstellt, aber man kann ja nie wissen.

Kurze Zeit später teilen uns die Drittsemester, die uns heute herumführen werden, in zwei Gruppen auf: die, die schon Geld auf ihrem Ausweis haben und die, die noch aufladen müssen. Das machen wir auch in der Cafeteria, während die anderen schon in die Mensa zum Speisen gehen.

Die Automaten sind ganz einfach: Karte rein, Guthaben wird angezeigt. Geldschein in den Automaten gesteckt und sobald das Geld auf dem Display und der neue (höhere, bei Nachladen) Betrag auf dem anderen Display erscheint, ist alles okay. Eine dicklichere Frau weist uns mehrere Male darauf hin, dass auch in der Mensa zwei Automaten stehen und nicht alle hier rumstehen sollen. Ätsch, wir laden trotzdem auf.

Anschließend gehen wir auch in die Mensa und mein Gott, da steht ne lange Schlange. Aber angestellt und abgewartet. Erst die Treppe runter, dann unten die Treppe rauf und rechts abgebogen zur Essensausgabe. Is cool: es gibt JEDEN Tag: Schnitzel mit Pommes für 2,50, Currywurst mit Pommes für 2,- Euro und Currywurst mit Brötchen für 1,50. Also entscheide ich mich doch spontan für Schnitzel mit Pommes und Cola als Getränk. Ist ziemlich günstig und geschmacklich auch okay. Für IGF sind 3 Tische reserviert also lernt man sich spätestens beim Essen etwas kennen. Ich quatsch mit Timo, der auch im Studiengang ist und dessen Freundin auch in Coburg ist, allerdings schon im 3ten Semester. Sie leistet ihm gerade Gesellschaft.
Er fragt eben mal, wie das Essen so ist und wir kommen langsam ins Gespräch. Auch mit ein paar anderen Leuten am Tisch. Nach dem Essen führt man uns in dem Raum 5-111.

Ich denk mir, setz dich lieber mal etwas vorne hin, weil wir so wenig sind. Ha, von wegen! Es kamen immer mehr zu uns. Ich dachte, dass nichtmal die ersten 4 Reihen voll werden, dabei wurde der ganze Saal voll. Nur mit uns. Wieviele sind das jetzt? 50? Oder mehr? Holla, jedenfalls einige.
Und zwei Männer und eine Frau stehen auch im Raum. Machen soweit nen netten Eindruck.
Die drei Professoren stellen sich vor und erklären uns etwas zum Studium und warum es IGF gibt, was uns erwartet und noch so einiges. Als nächstes dürfen wir auf den Laufsteg.
D.h. der Reihe nach kommt jeder mal nach vorne und sagt kurz was zu sich. So hat jeder schonmal jeden gesehen und eine kurze Information. Bei so vielen Leuten merkt man sich zwar nichts aber ein erster Eindruck bleibt bestehen. Wir haben 6 Leute aus Russland, eine Frau aus Polen, eine Spanischlehrerin, einen Mann aus Ruanda, einige Studienwechsler und ganze 6 Männer im Studiengang! Wow.

Die Drittsemster erzählen noch etwas und anschließend bekommen wir einen besseren Überblick über das Studium und wie wir noch malträtiert werden. Aber die drei Hauptdozenten, Prof. Esch, Prof. Nöfer und Frau Prof. Axt-Gadermann (Frau A.-G. wie ich sie nenne) machen einen guten Eindruck. Sind nicht verkalkt und scheinbar kann man mit denen reden. Gut so. Wir bekommen einen Überblick, die Professoren erzählen uns, was sie zu IGF getrieben hat und es scheinen alle ganz nett zu sein. (mal sehen, was ich in einem halben Jahr dazu zu sagen habe)

Jedenfalls werden wir im Anschluß entlassen. Aber heute abend haben die Drittsemester noch ein Speeddating geplant, damit wir uns alle noch besser kennenlernen. Na da geh ich doch glatt hin. Aber vorher noch die Professoren angelabert und kurz ein paar Infos eingeholt. Anschließend auf Stube, weiter ausgepackt und eingeräumt, was gegessen, geduscht und um 19.40 Uhr vor die Mensa zum Treffpunkt. Da stehen schon ne Menge anderer und wir laufen gemeinsam in die Innenstadt. Dauert 25 Minuten von der FH zum Marktplatz (wo auch das Rathaus ist). Wir kommen in ein kleines Gebäude, was auch zur FH gehört und wo schon ein paar andere sind. Auf Kreppband schreiben wir unsere Namen und kleben uns das auf. Oben sind Stuhlreihen, Tischklötze und Knabberkram aufgebaut. Super Job, Drittsemester. :D Ihr seid echt cool.

Wenige Minuten später kommen auch die 3 Profs. Ja, die spielen auch mit. 3 Minuten Zeit pro Person. Es sind 4 der 6 Jungs da. Und ein ganzer Haufen Mädels. Ich weiß nicht mehr wie lange… aber ich glaub wir haben mindestens eineinhalb Stunden mit Quatschen verbracht. Hab echt kein Zeitgefühl mehr dafür, aber es war lang, wir sind einmal im Kreis rumgekommen und es war saulustig. Ne Menge über die Kommilitonen erfahren, auch wenn wir uns sicher wieder nichts konkretes merken konnten. :)
Aber wir haben einiges übereinander erfahren und es war echt ne riesen Menge Spaß.
Ein paar Leute haben noch einen Abstecher ins Irish gemacht. Ich hab mir dann überlegt, gleich hochzulaufen.
Auf dem Zimmer wollt ich erst noch diesen Blogeintrag schreiben, habs dann aber doch vertagt. Lieber noch kurz n paar Filme angeschaut und dann in die Falle.

Am Dienstag auch brav aufgestanden, als der Wecker geklingelt hat. Dann geduscht, bissl was am PC gearbeitet (ja, jeder Student hat jeden Monat 20 GB Traffic frei) und in die Mensa zum Essen.
In der Mensa legt man seine Karte an der Kasse auf so n Pad und das Geld wird von der Karte abgebucht. Einfach, sauber, hygienisch. Und man sieht auf dem Display, wieviel Geld noch übrig ist. Also alles okay.
Ich war grad am Essen einer Portion Pommes da erwischt mich doch eine Kommilitonin. Und ich dachte, ich käme unerkannt davon. Ging aber nicht, weil ich was ganz wichtiges nicht nach Coburg mitgenommen hatte: Wechselklamotten! Also saß ich im selben Shirt wie gestern da. Naja, gibt Schlimmeres. Jedenfalls haben wir uns da noch unterhalten und ne schöne Zeit gehabt und sind anschließend zum Treffpunkt.

Um 13.oo Uhr haben wir uns (fast) alle vor der Bibliothek getroffen und wurden in zwei Gruppen aufgeteilt.
Anschließend bekamen wir eine Bibliotheksführung, uns wurde alles gezeigt und erklärt. Dann haben wir einen Rundgang auf dem Gelände gemacht, haben das Giraffenhaus gesehen, die verschiedenen Büros und ‘die Banane’. Das ist ein Gebäude was eine gebogene Form hat und exklusiv für Soziale Arbeit bereitsteht. Ist ganz am Anfang der Auffahrt zur FH. Anschließend gabs ne Stadtrally für die wenigen verbliebenen. Von der anderen Gruppe haben sich alle schon aus dem Staub gemacht und am Schluß waren wir gerade einmal 12 (später 13, weil noch jemand dazugestoßen ist) Leute, die an der Schnitzeljagd teilgenommen haben. Waren wir halt nur 3 statt 5 Gruppen. Jede hat einen Umschlag bekommen und eine Karte. Dann mussten wir wieder in die Innenstadt laufen und die Orte herausfinden. Wir sind an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Eventschauplätzen entlanggekommen, z.B. am Kino, am Marktplatz und Rathaus, am Rosengarten und noch ein paar Örtlichkeiten. Jetzt kennen wir schonmal Coburg. Gibt nämlich kaum viel mehr dort. ;)

Als auch die Stadtrally rum war (nochmal ein Lob an die Drittsemester, wie die sich ins Zeug für uns legen!), war der Tag auch so ziemlich gelaufen. Interessant ist, dass alle anderen Studiengänge die ersten zwei Tage schon Vorlesungen hatten und manche ihren Einführungstag schon am 31.09. Da wir aber so ein kleiner und cooler Studiengang sind, haben wir eine richtig tolle Einführung bekommen und für uns geht es erst am Montag so richtig los. Auf dem Weg von der Wohnung zum Parkplatz noch eine Studentin getroffen, die auch im Haus Coburg wohnt. Insgesamt war die Schnitzeljagd/Stadtrally eine gute Gelgenheit, sich mit seiner Gruppe näher anzufreunden. Sind wirklich alles ganz liebe Leute muss ich schon sagen. Ich glaub, das wird echt Spaß machen.

Auf der Rückfahrt mal die Autobahn getestet. Der Weg nach Hause ist zwar 2 km länger, aber die Fahrzeit ungefähr 10 Minuten kürzer. Na da ist doch klar, wie ich fahre.
Heute ist Tag der Deutschen Einheit. Also genug Zeit, um zu packen, die ersten Ereignisse zu verarbeiten, Geld zu verdienen und sich auf Montag zu freuen. Ich bin echt gespannt, wie das laufen wird. Vor allem, weil einige im Kurs sind, die ‘Glück’ hatten, genommen zu werden. Also die nicht sicher wissen, ob das der richtige Studiengang für sie ist. Ich dagegen will genau den machen. Und ich denk, diejenigen, die jetzt im Kurs sind, werden auch feststellen, dass das ganz cool wird. Ich frag mich zwar auch, ob in der nächsten Zeit welche ausscheiden oder wechseln… weil wenn man sich manche Story anhört weiß ich nicht, ob der Studiengang richtig gewählt ist für den ein oder anderen. Aber das zeigt die Zeit und bis dahin mach ich das Beste aus dem Ganzen. Mir jedenfalls wird es sicher gefallen und diese 3 1/2 Jahre werden sicher ziemlich cool.

This said i will spent some time working so i can afford my colleague time and my room. I’ll write more soon. Stay tuned and enjoy this blog. And you may want to subscribe. Have a nice weekend everybody.

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