Erste Vorlesung Grundlagen Gesundheitsförderung – wie, wo, was?
Um deine Frage zu beantworten: ja, mir gehts heute wieder gut und ja, ich war beim Bürgerbüro.
Aber der Reihe nach. Um 7 Uhr aufgeweckt und kurz danach aufgestanden. Kurzes Frühstück gemacht (Rezepte für Studenten poste ich demnächst auch noch) und ab in die Stadt. Also vorbei am Gebäude 2 und 5 und ein paar Treppenstufen runter. Anschließend nach links in so ein Waldstück abgebogen, noch mehr Treppen runter. Das wird im Winter sicher witzig hier zu laufen…
Durch Unterführungen und zum Bahnhof. Von da aus an der HUK-Coburg vorbei und die zweite rechts abgebogen. An einer DocMorris Apotheke vorbei und bei der VR Bank Coburg nach links abgebogen Richtung Innenstadt. Dann kommen ein paar Tore und da biegt man rechts ab. Schwupdiwup ist man auf dem Marktplatz. Und da ist auch schon das Rathaus. Direkt im Eingangsberich rechts ist das Bürgerbüro. Gerade wird ein Platz frei und ich werde auch schon begrüßt. Na kein Wunder: um 8.oo Uhr läuft das super. Also war echt ganz schnell: die Frau hat meinen Ausweis gebraucht, hat die Formulare ausgefüllt und ich hab nur abgezeichnet. Insgesamt zwei Seiten. Einen Durchschlag hab ich bekommen, den ich beim Studentenwerk abgegeben hab. Nach Bearbeitung liegt der wieder in meinem Briefkasten. Hätt nicht gedacht, dass das im Bürgerbüro so schnell geht. Also ich hab vielleicht 5 Minuten gebraucht. Aber is klar: die haben schon gesagt, die meisten Studenten schlafen früh aus und kommen erst so zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags. Da kann dann schon ganz schön was los sein.
Als kleiner Service für euch mal die Öffnungszeiten des Bürgerbüros:
Mo-Do 7.30 – 18.oo Uhr, Fr 7.30 – 15.oo Uhr und Sa 9.oo – 12.oo Uhr.
Was, auch Samstag? Sehr interessant. Verdient den Namen ‘Bürger’büro wohl echt.
Ach ja: Telefonnummer: 09561-89-1111 (auch Fax)
Normal braucht man 25 Minuten zu Fuß für den Weg Hochschule – Innenstadt. Ich habs heut in jeweils 20 Minuten geschafft. Aber dafür musste ich mich in der Wohnung doch nochmal umziehen, bin ganz schön ins Schwitzen gekommen. Was nehmen wir denn heute alles mit? Ich entschließe mich zu einer kleinen schwarzen Umhängetasche. Da hau ich Stifte und was zu Trinken rein. Sind ja nur 3 Stunden und die Vorlesung am Nachmittag fällt aus, weil ein Dozent noch nicht da ist. Der wird so im November da sein.
Also kurz vor Vorlesungsbeginn runter zur Banane und laut “Guten Morgen” gerufen. ![]()
Hehe, das wird sich noch steigern. Ich fang erstmal langsam an. Wir stehen alle rum und quatschen und warten.
Wir kommen rein, nehmen Platz und es fängt an. Und: ja doch, der Dozent ist witzig. Kein unsympathischer Mensch, was man bisher so sagen kann.
Er fängt an mit organisatorischen Dingen, der Pausenregelung, Skripte ja oder nein und warum und das wir einen Sprecher und Stellv. wählen müssen. So die nächsten Tage wäre angebracht. Der Sprecher ist dann halt Verbindungsrohr zwischen Studenten und Dozenten und kontrolliert außerdem die Anwesenheit. Der Dozent erklärt noch, dass er Verspätungen und SMS schreiben im Unterricht nicht ganz so gern hat. Wir sind zum Studieren hier und haben uns dafür verpflichtet. Ich denk mal, wir sollen das Studium als einen Vertrag mit uns selbst verstehen: wir haben uns entschieden und sich an die Regeln zu halten ist Teil des Vertrages. Es wäre nicht respektvoll dem Dozenten und den Mitstudenten gegenüber, störend aufzufallen. Gut, kann man nachvollziehen. Man will sich ja nicht verarscht fühlen, wenn man da vorne unterrichtet und jeder sein Handy interessanter findet. Außerdem kündigt er an, dass das erste Semester jetzt noch ziemlich frontal ablaufen wird, aber spätestens ab dem zweiten Semester er in den Hintergrund rückt und wir Studenten selbst die Vorlesungen halten werden. Zumindest zum Teil. Vor allem, weil ja in manchen Fächer auch von jedem ein praktischer Part verlangt wird, also z. B. ein Vortrag vor der Gruppe. Und bei 54 Studenten ist da schon ziemlich schnell ein Semester vorbei. Und er ist zuversichtlich, bis Weihnachten alle Namen zu können. Wie er und die anderen Dozenten sich die Namen merken will er uns im Verlauf der Vorlesungen noch verraten. Ich tippe auf Memotechnik. Meinen Namen konnte er sich schon locker merken; ich hab ihm schon am ersten Tag gesagt, wie ich heiße: so wie Schere und Telefon. Kann man nie verkehrt schreiben und es ist leicht zu merken.
Des Weiteren haben wir eine sehr interessante Diskussion über Schokolade. Ob Schokolade gesund ist oder nicht (in Maßen und nicht in Massen sicherlich
), warum das so ist, was da so alles mit einspielt und dass der Genuß auch eine nicht zu unterschätzende Wirkung hat. Ebenso wie der Placebo-Effekt. Und dass man die Ergebnisse auch messen kann.
Nach diesen ganzen Sachen gibt es erstmal eine Pause. Schöne Sache das. Ich quatsch den Dozent gleich mal an wegen dem Vortrag, der an der Realschule Coburg gehalten werden soll. Interessiert mich halt. Es haben sich aber schon 3 höhere Semester bereit erklärt, einen zu halten. Ich kann ja unterstützend tätig sein, wenn ich möchte. Aber im Augenblick ist das schon okay für mich. Momentan halt ich mich noch raus und mach vielleicht später einen Vortrag. Ich hab mir jetzt schon ein Konzept überlegt, wie man die Zuhörer aktiv einbinden kann. Ich frage ihn, ob er schonmal was von Birkenbihl gehört hat. Gehört ja, aber noch keine richtige Ahnung. Meine Aussage, dass es wahrscheinlich die #1 in gehirn-gerechter Arbeitsweise ist ruft schon Abschreckungserscheinungen in ihm wach. Von “Gurus” und ähnlichen Sachen hält er nichts. Aber er kontrolliert mit seinem Handy mal eben die Wikipedia.
Und sagt Manfred Spitzer wäre ebenfalls eine absolute Referenz. Ich hab inzwischen auch die Wikipedia nach Spitzer gecheckt und den Birkenbihl-Eintrag angeschaut. Also der Spitzer haut mich jetzt nicht vom Hocker, zumindest nicht von dem, was da steht. Aber erstens muss ich mich mal näher mit dem beschäftigen und zweitens ist der Wikipedia-Eintrag zu Birkenbihl auch nicht berauschend. Er erwähnt kurz, dass sie in die Richtung von Thorwald Dethleffson schlägt und dass das eine bestimmte psychologische Richtung ist. Jetzt wo ich den Eintrag gelesen habe muss ich sagen: ja, aber nur in einem Thema, dass sie einmal an der TU München vorgetragen hat. Ihr Hauptwirkungsgebiet liegt ganz woanders. Und wer sie erlebt hat, weiß: die Frau ist spitze!
Pause ist um. Weiter geht’s im Text. Und wir starten mit einer Gruppenaufgabe. Wir werden – testhalber – in 3 Gruppen eingeteilt, um zu sehen, ob so eine große Meute zurecht kommt oder nicht. Gruppe 1 soll mal definieren, was für sie Gesundheit ist. Gruppe 2 hat Krankheit und Gruppe 3 Gesundheitsförderung.
Interessant in diesem Zusammenhang: früher hieß der Studiengang ja noch Integrierende Gesundheitsförderung und jetzt heißt er Integrative Gesundheitsförderung. Wegen der Internationalisierung und der leichteren Übersetzung des Studiengangs. Und ich dachte schon, ich hab das falsch weitererzählt. Aber damals, als der Studiengang neu war und ich zum ersten Mal davon gehört habe, hieß er noch Integrierende Gesundheitsförderung. Soviel zum Verständnis.
Was haben die Gruppen also bei dieser Aufgabe alles herausgefunden? Der Dozent schreibt wichtige Wörter an die Tafel. Es ist bisher alles noch lockere Einführung. Aber er hat einen straffen Plan und den, das schwört er uns, kriegt er auch durch.
Was ist Gesundheit?
Gesundheit ist ein Prozeß. Gesundheit besteht aus dem subjektiven Wohlgefühl und der objektiv meßbaren Gesundheit. Wobei wir Gesundheit nicht ausschließlich als Abwesenheit von Krankheit definieren wollen, sondern als einen Zustand der optimalen körperlichen Leistungsfähigkeit, geistig-seelischem Gleichgewicht, der Abwesenheit von schädlichem Disstreß und dem Gefühl, auf seine Situation, seine Umwelt und sein Umfeld zum eigenen Vorteil Einfluss nehmen zu können. Sich befähigt zu fühlen, etwas ändern zu können und nicht ohnmächtiger Spielball des Schicksals zu sein. Außerdem ein hoher Energielevel, Aktivität, Widerstandsfähigkeit gegenüber schädigenden äußeren Einflüssen und keine Handicaps und Schmerzen zu haben.
Frage: was ist für dich Gesundheit? Kannst du mit dieser – von mir zusammengefassten – Definition etwas anfangen?
Was ist Krankheit?
Krankheit ist ein Zustand, der körperlich, geistig oder seelische Ursachen und Auswirkungen haben kann. Man fühlt sich krank, schlecht, unzulänglich, ängstlich, gelangweilt, wütend in allen Variationen und mehr. Krankheit können Erbkrankheiten sein, Behinderungen, Verletzungen, chronische oder akute Vorkommnisse. Krankheit kann Schicksal oder Weg sein – das hängt von der Sichtweise des Betroffenen ab. Interessant ist, dass viele andere Kulturen Krankheit als normalen Zustand und einfach als andere Sichtweise ansehen.
Während Kranke bei uns in Deutschland aufgrund der Sozialisation relativ ausgegrenzt werden. Der Umgang mit Krankheit hängt vom Umfeld ab. Krankheit verursacht hohe Kosten. Viel zu viele Kosten. Auch Abhängigkeiten und Süchte zählen zu den Krankheiten.
Aber ist Krankheit schlecht? Gibt es überhaupt ‘gut’ und ‘schlecht’? Nur weil Gesundheit sich besser anfühlt und uns genehmer ist… muss Krankheit deswegen schlecht sein? Vielleicht will uns der Körper nur zeigen, dass wir etwas ändern müssen. Und das muss nicht unbedingt auf der körperlichen Ebene sein. Schließlich sind die psychosomatischen Krankheiten inzwischen anerkannt und dieses Thema ist noch lange nicht ausreichend erforscht. Und wie wir gesehen haben sehen andere Kulturen Krankheit auch mit anderen Augen. Also ist Krankheit so schlecht, wie wir immer tun? (dieser Absatz wurde nicht in der Vorlesung erarbeitet, sondern sind meine ganz persönlichen Gedanken)
Was denkst du über Krankheit und diese Definition?
Was ist Gesundheitsförderung?
Gesundheitsförderung ist das erkennen und bekämpfen krank machender Ursachen und die Integrierung gesundheitsförderlicher Maßnahmen in den täglichen Lebensstil. Eine positive Lebenseinstellung, eine vernünftige Ernährung, Limitierungen aufheben, im Einklang mit sich, seiner Umwelt und seinem Umfeld stehen und eine moderate, angemessene Bewegung. Außerdem noch ‘Seelenpflege’.
Das waren die Ereignisse der ersten Vorlesung in diesem Thema.
Als ‘Hausaufgabe’
sollen wir uns Gedanken machen, warum wir IGF studieren und ob wir, mit den Erkenntnissen der ersten Woche gewappnet, eine richtige Entscheidung getroffen haben.
Hint: es gibt keine falschen Entscheidungen.
(Anmerkung von mir)
Das war die erste Studienwoche IGF – Integrative Gesundheitsförderung an der Hochschule Coburg.
Es wird noch interessanter. Ich bin schon mal gespannt, was noch so alles auf uns zukommt.
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Also hieß das Teil doch mal Integrierende Gesundheitsförderung. Wusste ich’s doch.
So wie das da steht könnte man auch von
Innovativer Gesundheitsförderung sprechen, oder?!